Münzen mit Uhr im Hintergrund

Wie du ein Depot auf den Namen deines Kindes eröffnest und Geld sparst

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Wenn du ein Aktiendepot für dein Kinder eröffnen willst, stellt sich ganz zu Beginn die Frage: „Ist es sinnvoller, das Depot auf meinen Namen oder auf den Namen meines Kindes zu eröffnen?“ Die Frage ist nicht einfach und für jeden gleich zu beantworten. Dieser Artikel kann dir helfen, eine für dich passende Wahl zu treffen.

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Es hat steuerliche Vorteile, wenn du das Depot auf den Namen deines Kindes eröffnest.

Denn dann kannst du den Steuerfreibetrag von derzeit 801 EUR pro Jahr nutzen, der jedem Kind zusteht. Du kannst also Gewinne von bis zu 801 EUR pro Jahr pro Kind steuerfrei mitnehmen. Mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung für Kinder, die alle 3 Jahre erneuert werden muss, sind sogar in 2020 bis zu 10.245 EUR Einkommen über Zinsen und Dividenden pro Jahr steuerfrei.

Ein Beispiel: Der MSCI World hat eine durchschnittliche Rendite von 4,8% p.a. erreicht in den letzten 15 Jahren von 2004 bis 2019. Bis zu einem Investment in Aktien von 16.687 EUR erhält dein Kind also steuerfrei den Gewinn von 801 EUR pro Jahr. Gehen die Gewinne darüber hinaus, würde eine Nichtveranlagungsbescheinigung sinnvoll sein für dein Kind.

Bleiben wir in dem Beispiel: Würde das Depot auf deinen Namen lauten, müsstest du von den 801 EUR Gewinn wieder mindestens 25% oder 200 EUR Abgeltungssteuer an das Finanzamt überweisen, wenn du deinen Freibetrag von 801 EUR (bzw 1.602 € beim Ehepaar) schon ausgeschöpft hast. Bei vielen Einkommen kommt sogar noch den Solidaritätsbeitrag oben drauf. Die Kirchensteuer ist zusätzlich anzurechnen, wenn das für dich zutrifft.

Sobald dein Kind 18 ist, darf es dann frei über das Geld verfügen.

Es könnte sein, dass es die sorgsam ersparte Geldanlage für Luxus aus dem Fenster wirft oder nicht den angedachten Ausbildungsweg gehen möchte. Wenn du dich bei dem Gedanken nicht wohl fühlst, dann eröffne das Depot lieber auf deinen Namen und nimm die Steuerzahlungen jedes Jahr in Kauf.

Es ist jedenfalls nicht ratsam, ständig mißtrauisch alle Ausgaben des Kindes zu beobachten und ein mulmiges Gefühl bei den Gedanken zu bekommen, was es wohl mit viel Geld machen würde, sobald es volljährig ist. Ein kluger Umgang mit Geld will erst gelernt werden. Ohne Druck.

Startest du mit der finanziellen Bildung deines Kindes früh und bist zuversichtlich, dass es dich als Vorbild sieht, kannst du vielleicht auch darauf vertrauen, dass es später einmal kluge Finanzentscheidungen trifft. Eine Garantie dafür gibt es jedenfalls nicht.

Was ist mit der Bafög und der Krankenversicherung?

Dein Kind kann nur kostenlos in der gesetzlichen Kranken­versicherung mitversichert sein, wenn seine Einkünfte 445 Euro pro Monat nicht über­schreiten. Da müssten es jedoch schon ein Vermögen um die 80.000€ in Aktien besitzen, das in dem Jahr eine hohe Rendite von 7% p.a. erreicht.

Die Bafög könnte später, bei Studienbeginn teilweise oder ganz reduziert werden, wenn dein Kind mehr als 7.500 EUR besitzt – das ist die Grenze derzeit.

Es ist nicht sinnvoll, deine Entscheidung, ob du das Depot auf deinen Namen oder den Namen deines Kindes eröffnest, von Rahmenbedingungen abhängig machst. Die können sich über die Jahre ändern. Vertraue da besser deinem Bauchgefühl. Entscheidend bleibt die Frage: Fühle ich mich wohl dabei, wenn mein Kind über das Geld selbst entscheiden darf, sobald es 18 ist?

Welches Depot ist geeignet für mein Kind?

Möchtest du ein Kinderdepot, bieten sich folgende Depots an zu vergleichsweise günstigen Preisen (Unter 12 Euro Gebühren pro Jahr bei einem monatlichen Sparplan von 50 Euro):

Comdirect*

Das Consorsbank Traderkonto für junge Leute*

finvesto Depot U18*

Das kostenlose Direkt-Depot der ING!*

Netbank Anlagekonto*

Was ist bei der Depoteröffnung zu beachten?

Ein Depot auf den Namen deines Kindes zu eröffnen ist nicht so simpel wie es klingt. Dafür müssen viele Formulare von beiden Elternteilen ünterschrieben werden. Hauptsächlich geht es darum, dass euch bewusst ist, welches erhöhte Risiko mit einer Geldanlage in Aktien einhergeht. Zusätzlich benötigst du für die Eröffnung die Geburtsurkunde und die Steuer ID deines Kindes.

Nach Unterzeichnung müssen beide Erziehungsberechtigte gleichzeitig ihre Identität mit einem Ausweis bestätigen entweder bei der Post oder einem Partner der Post (PostIdent-Verfahren) oder bei der depotführenden Bank mit Filialgeschäft. Das ist mit dem hektischen Familienalltag oft schwer unter einen Hut zu bringen. Es lohnt sich aber allemal.


Wie habt ihr euch entschieden? Depot auf den Namen eures Kindes oder auf euren Namen?

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